Jahreslosung 2014

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„Beten – Loben & Bibellesen“
Bild zur Jahreslosung 2014
Gouache & Pastell (60cm x 90cm)
Jens-Uwe Friedrich • Dezember 2013

Die Jahreslosung bewegt mich seit etwa September 2013 und ich stellte mir Fragen wie:

Wer darf Gott nahe sein?

Müssen wir Theologie studieren? Müssen wir ein perfektes Leben leben, dass wir zu Gott kommen dürfen?
Dazu erzählte Jesus das Gleichnis vom verlorenen Sohn.
Der Sohn hatte so gut wie alles falsch gemacht und war nun alles andere als angesehen. (Lukas 15,11–32)
Und doch hat der Vater ihn erwartet und war voller Freude, ihn, so dreckig und stinkend wie er war, in die Arme zu nehmen. Das Wichtigste, was der Sohn getan hat, war sein Fehlverhalten einzusehen und wieder zum Vater umzukehren.

So fängt das Bild mit Umkehr an und damit, dass der Vater Ausschau hält nach seinem Sohn und uns.

Und noch etwas ist wichtig: der Sohn war ein Kind des Vaters.
Damit wir zu Gott als unseren Vater kommen können, müssen auch wir Kinder Gottes werden können. Wenn wir darauf vertrauen, dass Jesus sich für uns geopfert hat, sind wir Gottes Kinder. Was uns belastet, will er uns abnehmen. So befreit dürfen wir in die Nähe des Vaters kommen.

Wie kann ich praktisch die Nähe Gottes suchen?

Ich kam zu dem Punkt, dass die Bibel unsere Grundlage ist.
Ohne Gottes Wort ist alles weg – da entfernen wir uns von Gott.
So ist das Lesen in der Bibel sehr wichtig und
deshalb habe ich die Bibel auch sehr zentral ins Bild gesetzt.

Die Hände im Vordergrund sind offen, sie wollen empfangen und erwarten Segen und Licht von Gott.
Im Beten – im Reden mit Gott – richten wir uns auf Gott aus.
Wir können leise beten, laut beten oder singen – loben und bitten.
Sehr wichtig ist die Musik. – Annette Semle fand, dass Instrumente ins Bild gehören.
Die Gitarre und die Klaviertasten im Bild sind wie eine Brücke oder eine Leiter.
Sie sind wie eine Verbindung zwischen Himmel und Erde.

Warum ist es ein Glück, Gott nahe zu sein?

Wenn wir in der Bibel lesen und darüber nachdenken, wenn wir zu Gott beten und IHN loben,
so nähern wir uns Gott.
Das verändert unsere Gedanken und dann unser Handeln. Es ist beeindruckend, wie viele Lebensweisheiten in der Bibel stehen, die uns helfen wollen, kluge Entscheidungen zu treffen. Wir lernen, zu vergeben, uns zu versöhnen, einander anzunehmen und Gutes zu tun. All das verändert schließlich unser Leben und so wird es uns zum Glück.

Die segnenden Hände im oberen Bereich des Bildes sind die Hände des Auferstandenen.
Während Jesus zum Himmel empor gehoben wurde, segnete er seine Jünger. Und seine Hände tragen die Wundmale als Zeichen, dass er für uns gelitten hat. (Lukas 24,50-51)

Jesus will auch uns segnen. Im Hebräerbrief (6,20; 7,24 und 10,19-22) steht geschrieben,
dass Jesus unser Hoher Priester in Ewigkeit ist. Auch Johannes sieht Jesus in Offb. 1,13
als Priester mit einem langen Gewand und einem breiten goldenen Band um die Brust 1).

Eine der Hauptaufgaben eines Hohen Priesters ist, zu segnen, den Namen Gottes auf das Volk zu legen. Beim Segnen halten sie ihre Finger so, dass sich dabei der hebräische Buchstabe Schin ש ergibt, was für Schaddai stehen soll.

Als „El-Schaddai“ bezeichnet sich Gott, z.B. als ER Abraham einen neuen Namen gab.
(1.Mose 17,1 oder 49,25) „El-Schaddai“ wird oft übersetzt mit „allmächtiger Gott“.
Der Rabbiner S. R. Hirsch legt in seinem Kommentar 2) zur Tora (die fünf Bücher Mose) dar, dass eine treffendere Übersetzung der „allgenügende Gott“ ist.
Dieser Name beinhaltet Mutterliebe, Fürsorge, Wohltat und volle Genüge haben. Und das ist wirkliches Glück – genug zu haben, das zu wissen und dafür zu danken. Ja, Gott sorgt für uns und gibt uns Halt.

Es gefällt mir, wie gut dieser Name das Glück beschreibt, um das es in der Jahreslosung geht.
Da sich nur im Hebräischen diese volle Bedeutung des Namens entfaltet, habe ich ihn auch in hebräisch (ganz oben) geschrieben.

Der Leuchter symbolisiert für mich den Gottesdienst. In Offb. 1,20 steht er als Symbol für die Gemeinde. In Psalm 73, aus dem unsere Jahreslosung stammt, kommt der Psalmist erst im Heiligtum an den Punkt, wo er sein Glück erkennt. Das tropfende Wachs an der Menorah
(7-armiger Leuchter) habe ich gemalt, weil es zum einen bei unserer Menorah auch oft tropft und weil wir eben Menschen mit Fehlern in der Gemeinde sind.

Der Sternenhimmel soll für das Staunen über Gottes Schöpfung stehen. Gerade auch in der Natur können wir Gott begegnen und IHM nahe sein. Manche denken sich den Sternenhimmel als Mittelmeer und entdecken dann Israel.

Die leuchtenden Farben im Bild stehen für das Glück.
Unser größtes Glück kommt noch, wenn sich erfüllt, was Jesus in Johannes 14,3 sagt:
“Und wenn ich hingegangen bin und euch den Platz vorbereitet habe, werde ich wiederkommen und euch zu mir holen, damit auch ihr da seid, wo ich bin.”
Dann sind wir mit ihm in Ewigkeit in der Nähe unseres Gottes (Joh. 20,17)
– ohne Tränen, ohne Angst, ohne Krankheit, ohne Leid (Offb. 21,1-4).

Jens-Uwe Friedrich

1) David H. Stern: Kommentar zum Jüdischen Neuen Testament, Bd.3, Hänssler 1996, S.201
2) Samson Raphael Hirsch: Die Fünf Bücher der Tora, Bd.1 Bereschit, Verlag Morascha 2008, S.302-306

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2 Kommentare

  1. Die Auslegung der Jahreslosung hat mich total angesprochen. Dieses Jahr war ich das erste Mal in Israel und ich konnte den Gedanken zu den Symbolen total folgen. Vielen Dank.
    Shalom
    Carmen

    • Jens-Uwe Friedrich

      Das freut mich sehr! Dann hat sich das monatelange Ringen mit dem Vers gelohnt :-).

      Viel Segen und Schalom im neuen Jahr!
      Jens

      P.S. Es stimmt, wenn ich mir den Sternenhimmel als Mittelmeer denke, erkenne ich auch
      die „Landesform“ von Israel.

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